Rück­blick

Gemein­sam Lebens­räu­me für Bie­nen schaf­fen
Das Blüh­flä­chen­pro­gramm 2025

Auf über 272 000 Qua­drat­me­tern konn­te Bie­nen­Schweiz 2025 durch das Blüh­flä­chen­pro­gramm neue Lebens­räu­me für Bestäu­ber schaf­fen – ein Enga­ge­ment, das gemein­sam mit Landwirt*innen, Orga­ni­sa­tio­nen, Gemein­den und Schu­len umge­setzt wur­de und einen wesent­li­chen Bei­trag zum Schutz der Bie­nen und Bio­di­ver­si­tät lei­stet.

Im ver­gan­ge­nen Jahr ent­stan­den 272’960 Qua­drat­me­ter Blüh­flä­chen, ver­teilt auf 127 Flä­chen in 14 Kan­to­nen. Seit Beginn des Blüh­flä­chen­pro­jek­tes im Jahr 2022 wur­den damit über 1,2 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter Blüh­flä­chen umgesetzt, das ent­spricht etwa 170 Fuss­ball­fel­dern.
Die Mehr­heit die­ser Flä­chen sind mehr­jäh­rig ange­legt, etwa Nütz­lings­strei­fen, Bunt­bra­chen, Hecken oder Kräu­ter­säu­me. Sie bie­ten
nicht nur Nah­rung, son­dern auch lang­fri­sti­ge Nist­mög­lich­kei­ten für Wildbienen.

Blü­ten­meer statt «grü­ne Wüsten»

Im Som­mer ist das Blü­ten­an­ge­bot oft knapp, da vie­le Wie­sen bereits gemäht sind. Des­halb wur­den 2025 ver­mehrt mehr­jäh­ri­ge Nütz­lings­strei­fen ange­legt und Wie­sen auf­ge­wer­tet. Exten­siv bewirt­schaf­te­te Flä­chen sind arten­rei­cher und bie­ten Lebens­raum für Wild­bie­nen. Mager­wie­sen sind im Schwei­zer Mit­tel­land sel­ten gewor­den und las­sen sich oft nicht allein durch Umstel­lung wie­der­her­stel­len – hier hilft eine Neu­an­saat. Bera­tung ist dabei ent­schei­dend: 2024 fan­den 48 Vor-Ort-Bera­tun­gen statt, um geeig­ne­te Flä­chen, Vor­be­rei­tung und Aus­saat zu klären.

«Landwirt:innen wol­len wis­sen, wel­che Flä­che sich eig­net, wie man den Boden vor­be­rei­tet, wel­che Maschi­nen für die Aus­saat sinn­voll sind. Gera­de bei kom­ple­xe­ren Fra­gen zur Stand­ort­wahl und wel­che Flä­chen­ty­pen sich für den Betrieb eig­nen, ist es hilf­reich, die Flä­chen gemein­sam vor Ort zu bestim­men», erklärt Mari­us Fischer, Bera­ter des Blühflächenprogramms.

Hecken als Lebensadern

Auch Hecken wur­den 2025 gepflanzt. In den Regio­nen Aar­gau und Zürich ent­stan­den gemein­sam mit IP-Suis­se und Hie­stand 500 Meter, schweiz­weit sogar über einen Kilo­me­ter.

Hecken sind wert­vol­le Lebens­räu­me und «Snack-Ecken» für vie­le Tier­ar­ten. Bei der Pla­nung ach­tet Fischer dar­auf, dass sie sowohl öko­lo­gisch sinn­voll sind, als auch in den Betriebs­ab­lauf pas­sen. «Die Hecke darf nicht im Weg sein», sagt er. «Sie soll der Land­schaft Struk­tur geben und idea­ler­wei­se ver­schie­de­ne Lebens­räu­me mit­ein­an­der ver­bin­den».

Eben­so wich­tig ist die Aus­wahl der Pflan­zen. Ziel ist es, dass über die gan­ze Sai­son etwas blüht. Dor­nen­sträu­cher wie Schwarz­dorn, Weiss­dorn oder Wild­ro­sen sind eben­falls wich­tig. Sie bie­ten neben Pol­len und Nek­tar auch Unter­schlupf für Vögel.

«Sand­kä­sten» für Wildbienen»

Ein wei­te­res High­light waren Sand­lin­sen, künst­lich ange­leg­te offe­ne Boden­flä­chen aus fei­nem Natur­sand. Etwa 75% der Wild­bie­nen­ar­ten in der Schweiz nisten im Boden, doch geeig­ne­te Nist­plät­ze sind sel­ten gewor­den. Gemein­sam mit Part­nern wie Rico­la und IP-Suis­se ent­stan­den im ver­gan­ge­nen Jahr 24 sol­che Sand­lin­sen. «Das Wich­tig­ste ist, dass die­se Boden­stel­len wirk­lich offen blei­ben», erklärt Fischer.

Sei­ne Emp­feh­lung: «Sobald man etwas Grü­nes sieht, soll­te man es ent­fer­nen. War­tet man zu lan­ge, könn­ten beim Ent­fer­nen der Pflan­zen die Nist­gän­ge der Wild­bie­nen beschä­digt werden.»

Gemein­sam für die Bestäuber

Trotz­dem über­wie­gen für den Bera­ter die posi­ti­ven Momen­te. Beson­ders ger­ne erin­nert er sich an den Aus­tausch mit den Flä­chen­be­sit­zen­den vor Ort – umso mehr, wenn die neu ange­leg­ten Blüh­flä­chen bereits blü­hen.

Ein wei­te­res High­light war der Hecken­tag im Novem­ber 2025, bei dem auf drei Land­wirt­schafts­be­trie­ben gemein­sam mit vie­len
Frei­wil­li­gen neue Hecken gepflanzt wur­den. «Es war schön zu erle­ben, wie es allen Freu­de berei­te­te, gemein­sam etwas für die Bestäu­ber und die Bio­di­ver­si­tät umzusetzen.»

Gemein­sam für eine blü­hen­de Zukunft

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